Die Blätter eines Baums sind für alle sichtbar und stehen für unser Miteinander. Dieses basiert auf unserem Leitbild, füllt dies mit Leben und macht es erfahrbar. Beim Umgang mit unseren Mitmenschen soll Jesus Christus unser Vorbild sein. Da wir nicht vollkommen sind, sind die nachfolgenden Punkte unserer Gemeindekultur das Idealbild, nach dem wir streben. Wir wollen uns in unserem Umgang miteinander immer wieder neu daran ausrichten.
1. Einladend
Jesus nahm Menschen mit ihren Stärken, aber auch mit ihren Problemen, Sorgen und Unzulänglichkeiten wahr. Viele Menschen fühlten sich zu ihm hingezogen, willkommen und angenommen. Er lebte Gastfreundschaft, Freundlichkeit und Annahme. Er hatte ein Auge für Ausgestoßene und Kranke, nicht nur für Freunde und Familie.
Wir sind aufmerksam und zugewandt. Wir gehen aktiv auf Gäste zu, heißen sie herzlich willkommen und begegnen ihnen mit Gastfreundschaft. Dabei schaffen wir eine einladende Atmosphäre, in der sich jeder gesehen und gut aufgehoben fühlt. Wir wollen einander in der Gemeinde liebevoll wahrnehmen, sodass jeder sich dazugehörig fühlen kann.
2. Wertschätzend
Jeder Mensch ist für Gott wertvoll. Dies zeigt sich bereits bei der Schöpfung, als er den Menschen zu seinem Ebenbild schuf. Auch Jesus lebte einen wertschätzenden Umgang mit den Menschen, z. B., indem er sie in ihrem Zuhause besuchte und mit ihnen sprach, selbst dann, wenn sie von der damaligen Gesellschaft verstoßen wurden.
Wir erkennen die Einzigartigkeit jedes Menschen an. Alle Menschen sind für uns und vor Gott gleich wichtig und wertvoll. Dies drücken wir durch anerkennende Worte aus. Wir schätzen die Kompetenzen und die Fähigkeiten des anderen, reden miteinander, hören einander zu, unterstützen und trösten uns gegenseitig. Wir loben und drücken Dankbarkeit aus, geben dem anderen immer wieder eine neue Chance und nehmen uns Zeit füreinander.
3. Barmherzig
Gottes Barmherzigkeit wird besonders häufig im Zusammenhang mit seiner Gnade genannt. Am eindrücklichsten zeigt sich dies durch Jesu Tod für uns. Gottes Liebe befähigt uns, Barmherzigkeit zu leben.
Barmherzigkeit bedeutet für uns, mitfühlend mit anderen Menschen zu sein. Wir begegnen einander in Liebe. Wir hören zu, freuen uns mit, leiden mit und beten füreinander. Wenn Menschen unseren Rat wünschen, formulieren wir ihn liebevoll und konstruktiv. Wenn sie Hilfe brauchen, geben wir unser Bestes, ihnen konkret zu helfen.
4. Demütig
Demut ist die realistische Selbsteinschätzung des Menschen in seiner Position vor Gott. Einerseits erkennen wir unsere eigene Geringheit im Vergleich zur Größe Gottes, andererseits wissen wir um unsere Würde und unseren Wert als Ebenbild und Kind Gottes. Auch Jesus war demütig und kannte seine Aufgabe und Stellung gegenüber Gott und den Menschen. Demut gegenüber Gott ist die Voraussetzung für Demut untereinander.
Wir gehen konstruktiv miteinander sowie mit den Ideen und Meinungen anderer um. Wir lassen einander in Differenzen stehen und suchen eine gemeinsame Basis, statt Unterschiede zu betonen. Wir wollen eine Kultur des Vertrauens schaffen.
5. Verantwortungsvoll
Jesus Christus kam mit einem göttlichen Auftrag auf die Erde und setzte diesen verantwortungsvoll um. Dies wurde insbesondere im Garten Gethsemane sichtbar, als er trotz seiner Ängste sein Gebet mit folgenden Worten beendete: „Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst.“ (Matthäus 26,39 - NeÜ).
Jesus war treu und zuverlässig in seinen Aufgaben und wünscht sich, dass wir als seine Nachfolger/innen dies ebenfalls sind. Wir wollen uns unserer Verantwortung gegenüber Gott, uns selbst und unseren Mitmenschen bewusst sein.
In Bezug auf unsere Aufgaben in der Gemeinde bedeutet dies, dass wir diese verbindlich und zuverlässig erledigen. Dabei wollen wir sowohl uns selbst (unsere körperliche und psychische Gesundheit, unsere Beziehung zu Gott) als auch die uns anvertrauten Menschen nicht aus dem Blick verlieren.
Wir wollen sowohl unsere eigenen Stärken und Schwächen als auch die unserer Geschwister annehmen. Wir ermutigen einander, unsere Gaben zielgerichtet in der Gemeinde einzusetzen.
Da wir bei der Erfüllung unserer Aufgaben nicht immer Gottes Maßstäben gerecht werden können, wollen wir uns unsere Fehler eingestehen und einander zugestehen. Dabei wollen wir uns gegenseitig vergeben, wo dies nötig ist.
6. Leidenschaftlich / Hingebend
Jesu Leben ist ein beeindruckendes Beispiel für gelebte Leidenschaft und Hingabe. Jesus zeigte dies durch seine tiefe Liebe zu Gott, seinem selbstlosen Dienst an den Menschen, sein Opfer am Kreuz und sein Gebet. Sein Leben ist das beste Beispiel dafür, wie man mit Herz und Seele für Gott und andere leben kann. Dabei wies Jesus immer wieder auf seine Abhängigkeit zum Vater hin.
Wir wollen unseren Dienst und unser Miteinander in der Gemeinde mit Leidenschaft und Hingabe leben. Das zeigt sich in Engagement und authentischer Begeisterung sowohl für Jesus als auch für unsere Mitmenschen. Wir wollen mit Aufmerksamkeit, Liebe und Herzblut dabei sein und unsere Gefühle offen zeigen.
7. Dienend
Jesus Christus gehorchte Gott und diente den Menschen ganz konkret durch seine Wunder, seine Gespräche, seine Predigten und schließlich am Kreuz. Dort gab er sein Leben für die Menschen, um wieder eine Beziehung zwischen Gott und Mensch zu ermöglichen. Jesus beauftragte seine Jünger, einander und ihren Mitmenschen zu dienen.
Als Gemeinde dienen wir Gott und werden von ihm in den Dienst an unseren Mitmenschen berufen. Wir ermutigen einander, uns mit unseren Gaben und Fähigkeiten in die Gemeinde einzubringen und damit eine Gemeinschaft zu prägen, in der ich meinen Gegenüber wichtiger nehme als mich selbst.
In unserem Dienst nehmen wir uns als Gemeinde Jesus zum Vorbild, der sowohl die geistlichen (z. B. Beziehung zu Gott, dem Vater) als auch die konkreten praktischen Bedürfnisse (z. B. Krankheit und Leid) gesehen und gelindert hat. Auch wir als Gemeinde möchten den Menschen in unserer Umgebung geistlich und praktisch dienen.